Gedanken am Rande...
Risiko
Do you like the risk? Sind Sie risikophil oder risikoaversiv? Sind Sie ein Freund des Risikos, folglich „risikofreundlich“, haben Sie Freude am Risiko, folglich „risikofreudig“, oder vielleicht sogar „verliebt“ ins Risiko? Aber Vorsicht, Sie wissen ja: Verliebtheit impliziert immer „un brin de folie“, eine Prise „Verrücktheit“, eine Prise absoluter, fast realitätsferner Begeisterung. Damit würden Sie automatisch in die Kategorie „nicht mehr ganz normal“ gehören, hätten sich von der Normallinie entfernt. Nur: was heisst schon normal? Wer bestimmt die Norm? Wäre „couch-potato“ normaler?
Wahrscheinlich schon, statistisch gesehen. Aber Sie suchen das Abenteuer, den Nervenkitzel, Sie reizen die Möglichkeiten aus, ganz, total, Sie gehen bis ans Limit. Das macht Ihnen Spass! Mit dem „Absturz“ spielen, dem „Abflug“, dem „Abwurf“. Sie geben alles, gehen „aufs Ganze“, spüren, dass Sie das wollen, auf dem richtigen Weg sind. Sie sind bereit alles einzusetzten, Ihre Sicherheit, Ihre Gesundheit, vielleicht sogar Ihr Leben. Sie spüren das Faszinosum, sind nicht „couch-potato“ sondern „motion-boar“. Sie wären vielleicht sogar bereit dafür zu sterben, obwohl Sie ja leben wollen, es aus Lebenslust machen, aus Liebe zu einem intensiven Leben, einem prickelnden Leben. Und Sie schaffen es, mit Ihrer Hartnäckigkeit, Ihrer Unerbittlichkeit, Ihrer Leidenschaft, Ihrer inneren Weisheit. Die Niederlage hat keine Chance gegen Ihre Phantasie, Kreativität, Bestimmtheit, Entschlossenheit und Sicherheit.
Sie schaffen es, packen es, sind der Sieger - the champion!
11.2011
Animalisch konfus oder intuitiv richtig?
Es war mäuschenstill an diesem rabenschwarzen Tag, als er endlich die Schmusekatze aus dem Sack liess. Er, dieser geile Bock, damals so stur wie ein Esel, sah jetzt mit Adleraugen wie ein junges Reh, in einer Landschaft fast wie „unter Geiern“, den Tiger in den Tank packte. Dieses verrückte Huhn hatte doch damals schon immer wie ein bissiger Köter, als ob es von der Tarantel gestochen worden wäre, gekämpft, bis es dann doch einmal wie der Ochs am Berg dagestanden war. Aber auf den Hund gekommen war es deswegen nicht. Eher wie ein stolzer Gockel, mit seinem untrüglichen Elefantengedächtnis, wollte es den Schweinehund überwinden, den inneren. Endlich mal richtig die Sau rauslassen, kämpfen wie ein Löwe, wenn es sein müsste schnell wie ein Windhund, vielleicht sogar flink wie ein Wiesel. Oder bärenstark? Dabei hatte diese dumme Kuh vergessen, dass sie eigentlich ein sturer Ochs war, der – wie ein Elefant im Porzellanladen – sich immer aalglatt jeder Verantwortung entzog. Und obwohl er eigentlich hundemüde war, stürzte er sich noch mit einem Bärenhunger, dieser schlaue Fuchs, in den Karpfenteich, der voll toller Hechte war. Und da alles so mucksmäuschenstill schien, eben stumm wie ein Fisch, legte er sichauf seine Bärenhaut hin und wenngleich er wie ein Sperber aufpasste fühlte er sich dabei doch pudelwohl und schlief wie ein Murmeltier.
08.11.2010
Resilienz
Die deutsche Wortbildung des englischen „resilience, resiliency“ geht zurück auf einen primär physikalischen Begriff aus dem Bereich der Materialprüfung. Dort beschreibt er die spezifische Eigenschaft einer Materie, gegenüber äusseren Einflüssen wie Verbiegung, Verwindung, Verdrehung etc, seine ursprüngliche Struktur zu behalten. In Cassell's German-Englisch Dictionary wird der Begriff auch mit Zurückprallen, Abprallen, Springkraft, Spannkraft und Elastizität übersetzt. Im psychologisch - psychiatrischen Bereich meint Resilienz die Fähigkeit von Menschen gegenüber als störend erlebten Einflüssen abweisend zu sein, sich gewissermassen in der ursprünglichen Haltung, Einstellung oder Orientierung nicht stören zu lassen. Diese „Abweisung“ kann sich sogar auf Umstände beziehen, welche von anderen Personen als sehr belastend, evtl. sogar als traumatisierend erlebt werden. Seelische Robustheit, Belastbarkeit und Abhärtung sind Begriffe die in eine ähnliche Richtung weisen.
Aber wie resilient wollen Sie sein? Wie viel Empfindlichkeit wollen Sie sich leisten? Was möchten Sie alles „wegstecken“, an sich abtropfen lassen und wo ziehen Sie es vor sich berühren zu lassen, „getroffen“ zu werden? Wie intensiv möchten Sie sich allenfalls von irgendetwas oder irgendjemand berühren lassen? Sehen Sie den „Weg der Tugend“ eher darin, ihren einmal gefassten Plan trotz aller widrigen äusseren und inneren Umstände entschlossen durchzuziehen oder ziehen Sie es vor, ihre Vorhaben „anzupassen“, gewissermassen flexibel auf die sich ändernden und geänderten Umstände zu reagieren? Sind Sie der Ansicht, dass diese Haltung einen bewussten oder eher einen unbewussten Prozess ausdrückt? Und wenn es unbewusst wäre: Könnten Sie sich vorstellen, diese Haltung bewusst mehr und mehr ihren Bedürfnissen anzupassen? Und wenn es bewusst wäre: Könnten Sie sich vorstellen daran zu arbeiten, dass eine neue Haltung sich so stark zu einem Teil von ihnen entwickelt, dass diese mehr und mehr selbstverständlich wird, sich automatisiert und so allmählich als Teil ihres Unbewussten hinzukommt? Wie stark möchten Sie bleiben wie Sie sind und wie viel möchten Sie sich verändern? Sind Sie sicher, dass Sie schon die Person geworden sind die Sie sein könnten oder ziehen Sie es vor, auf die Person zu verzichten die Sie werden könnten, zugunsten der Person, die Sie im Moment schon sind? Faites vos choix !
10.04.2010